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A

Alkoholindustrie - Grundnahrungsmittel Bier

▶ Die Alkoholindustrie machte 2020 bei der Herstellung von Bier rund 7.612.317.000 Euro Umsatz. Bei der Herstellung von Spirituosen waren es 2.207.451.000 Euro. [1]

▶ Die Einnahmen aus alkoholbezogenen Steuern waren insgesamt 2021 über 3.031 Mio. Euro. Zum Vorjahr gesehen nahm die Alkoholindustrie 6,5% weniger ein. Die Deutschen trinken aber wohl gerne Bier: Hier nahm die Industrie zum Vorjahr 3,2% mehr ein. [2]

▶ 2020 wurden insgesamt 477 Mio. Euro für die Bewerbung von alkoholischen Getränken ausgegeben. Davon allein 296 Mio. Euro nur für Bier (die Werbung schien gewirkt zu haben). 1995 waren es (umgerechnet) noch 575 Mio. Euro. [3]
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Quellen:
[1] Statistisches Bundesamt (Destatis) (2022): Jahresbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe. Deutschland. Wiesbaden.
[2] Bundesministerium der Finanzen (2022): Kassenmäßige Steuereinnahmen nach Steuerarten. Berlin.
[3] Nielsen Media Research zitiert nach: Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (2021): Daten aus der Alkoholwirtschaft. Bonn.


Alkoholkonsum - Zahlen aus Deutschland

▶ In Deutschland war der Pro-Kopf-Verbrauch 2020 stolze 94,6 Liter. Wein kam auf 20,7 Litern, Schaumwein auf 3,3 Liter und Spirituosen auf 5,2 Liter. [1]

▶ Reiner Alkohol kommt in Deutschland auf 10,8 Liter pro Kopf/Jahr. Damit ist Deutschland auf Platz 9 im europäischen Vergleich. Platz 1 ist Lettland mit 12,6 Liter pro Kopf/Jahr. [2]

▶ Das Alter bei Erstkonsum der 12–25-Jährigen beträgt 15 Jahre. [3]
36,9 Mio. Personen tranken 2019 zwischen 18 und 64 Jahre in den letzten 30 Tagen Alkohol. [4]

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Quellen:
[1] Berechnungen des ifo-Instituts. In: Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (2021): Daten aus der Alkoholwirtschaft. Bonn.
[2] OECD/European Union (2020): Health at a Glance: Europe 2020: State of Health in the EU Cycle. OECD Publishing. Paris.
[3] Orth, B., Merkel, C. (2019). Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Ergebnisse des Alkoholsurveys 2018 und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
[4] Atzendorf, J. et al. (2019): Gebrauch von Alkohol, Tabak, illegalen Drogen und Medikamenten. Schätzungen zu Konsum und substanzbezogenen Störungen in Deutschland. Deutsches Ärzteblatt, 116(35-36), 577-584.


Alkoholmissbrauch - Rauschtrinken / Riskanter Konsum

▶ Episodisches Rauschtrinken heißt: Konsum von fünf oder mehr alkoholischen Getränken an mindestens einem der letzten 30 Tage.

▶ Riskanter Konsum heißt: durchschnittlich mehr als 12g (Frauen) bzw. 24g (Männer) Reinalkohol pro Trag.

▶ Zur Berechnung der Menge in ml x (Vol. % / 100) x 0,8 = Gramm reiner Alkohol

▶ Episodisches Rauschtrinken betrieben 2018 rund 12,7 Mio. Menschen. Die 30-Tage Prävalenz ist bei Männern durchgehend höher als bei Frauen. [1]

▶ 6,7 Mio. Personen tranken 2018 riskant Alkohol. Die 30-Tage-Prävalenz war insbesondere in den Altersklassen 18-20 (17,2%) und 21-29 (15,9%) hoch. [2]
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Quellen:
[1] Atzendorf, J. et al. (2019): Gebrauch von Alkohol, Tabak, illegalen Drogen und Medikamenten. Schätzungen zu Konsum und substanzbezogenen Störungen in Deutschland. Deutsches Ärzteblatt, 116(35-36), 577-584.
[2] Seitz, N.-N. et al. (2019): Kurzbericht Epidemiologischer Suchtsurvey 2018. Tabellenband: Alkoholkonsum, episodisches Rauschtrinken und Hinweise auf Konsumabhängigkeit und -missbrauch nach Geschlecht und Alter im Jahr 2018. München: IFT Institut für Therapieforschung.


B

Behandlung von Sucht - Achtung vor unseriösen Angeboten im Internet

Die Behandlung von Suchterkrankungen ist häufig komplex und langwierig. Das hindert allerdings manche unqualifizierte Therapeut:innen oder Heiler:innen nicht, sich auch für dieses Gebiet zuständig zu fühlen. Meist bieten sie einfache Erklärungsmodelle und Lösungen, was bereits misstrauisch machen sollte. Auch vermeintliche Wundermittel sollten genau hinterfragt werden.


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Kern, S. (2013). Zur Ätiologie der Sucht. Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie, 11(1), 23–45. https://doi.org/10.1007/s11620-012-0162-9
Reimer, C. (2000). Psychotherapeutischer Umgang mit süchtigen Patienten. In C. Reimer, J. Eckert, M. Hautzinger & E. Wilke (Hrsg.), Psychotherapie (S. ‪596-605‬). Berlin: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-09598-0_14
Thomasius, R. (2019). Suchttherapie bei Kindern und Jugendlichen. In G. Hoffmann, M. Lentze, J. Spranger, F. Zepp & R. Berner (Hrsg.), Pädiatrie. Springer Reference Medizin (S. 1-5). Berlin: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-642-54671-6_287-2
Tretter, F. (2008). Suchtmedizin kompakt. Suchtkrankheiten in Klinik und Praxis. Stuttgart: Schattauer.


E

E-Zigaretten und Tabakerhitzer

Das gesunde Image ist trügerisch. Beim Erhitzen des Liquids entstehen Aerosole, deren Inhaltsstoffe gesundheitsschädigend sind und das Herz-Kreislauf-System und die Lunge schädigen. [1]
▶ Bereits kurzer Gebrauch von E-Zigaretten kann zu Atemwegsreizungen und allergischen Reaktionen führen. [2]
▶ Im Gegensatz zu E-Zigaretten verwenden „Heat-not-burn“-Produkte echten Tabak. Die Schadstoffe werden zwar verringert, trotzdem bleiben die Erhitzer nicht ungefährlich [3].
▶ Nach Gründen für die Nutzung geben die Mehrzahl der Jugendlichen an, es aus „Spaß“ zu tun, während Erwachsene mehrheitlich angeben, dass E-Zigaretten billiger und weniger schädlich seien als Tabakzigaretten. [4]
▶ Werden Einweg-Vapes im Hausmüll entsorgt, landen Lithium-Ionen-Akkus und Schadstoffe aus den Liquids in der Umwelt. [5]
▶ Mit bunten Farben und süßen Designs werden gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe überspielt. [5]
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Quellen:
[1] Bravo-Gutiérrez, O.A. et al., 2021: Lung damage caused by heated tobacco products and electronic nicotine delivery systems: A systematic review. International Journal of Environmental Research and Public Health, 18(8), 4079.
[2] Reidel, B. et al., (2018): E-cigarette use causes a unique innate immune response in the lung, involving increased neutrophilic activation and altered mucin secretion. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, 197(4), 492-501.
[3] Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.) (2018): E-Zigaretten. (Fakten zum Rauchen). Heidelberg.
[4] Kotz, D.; Kastaun, S. (2018): E-Zigaretten und Tabakerhitzer: repräsentative Daten zu Konsumverhalten und assoziierten Faktoren in der deutschen Bevölkerung (die DEBRA-Studie). Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 61(11). 1407-1414.
[5] Deutsches Ärzteblatt (2022): Einweg-E-Zigaretten in Deutschland auf dem Prüfstand. Abgerufen am 21.11.2022 unter https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/138509/Einweg-E-Zigaretten-in-Deutschland-auf-dem-Pruefstand
[6] Quelle Bild: https://www.buyecigkits.com


Einwände der Industrie bei Produktregulationen

Einwände der Industrie bei Produktregulationen
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In einem spannenden SZ-Artikel wurde über die "Neinsager" der Industrie gesprochen. "Schadet der Wirtschaft, bringt nichts, ist Bevormundung" - so die Argumente der Industrie, wenn es um Regulierungen ungesunder Produkte geht. Public-Health-Maßnahmen werden als unangenehm empfunden.
Sind sie wirklich nutzlos oder gerechtfertigt?
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Quellen:
Uhlmann, B. (2023). Die Neinsager. Süddeutsche Zeitung, 69, 14.


Einweg-E-Zigaretten/Vapes

Einweg-E-Zigaretten/Vapes

▶ Rapper und Influencer zeigen sich in Dampfwolken, bringen eigene Einweg-E-Zigaretten auf den Markt und bewerben gezielt Hersteller wie "Elfbar".
▶ Fast alle Vapes werden in China hergestellt, auf 600 Züge ausgelegt und mit ca. 3€ günstig verkauft. Zum Vergleich: wer auf 600 Züge mit normalen Zigaretten kommen will, müsste zwei Schachteln rauchen und ca. 16€ ausgeben.
▶ Im Gegensatz zu regulärem Tabakkonsum sprechen Vapes alle sozialen Schichten an und trenden auf TikTok: Der Hashtag #Vape hat 13,5 Milliarden Aufrufe.
▶ Beamte fanden in einem Kölner China-Center 40.000 gefälschte Vapes, bei Stuttgart einen Lastwagen voll und in Gladbecker Kiosken Produkte mit teils verbotenen Inhaltsstoffen. [1]
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Quellen:
[1] Berner, M. & Rohwetter, M. (2023). Paff Daddy. Die Zeit, 3, 19.


F

Frauen und Drogen

Frauen und Drogen: Gesundheits- und Sozialmaßnahmen
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Neueste Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, die besonderen Herausforderungen anzuerkennen, mit denen Frauen im Zusammenhang mit dem Drogenkonsum konfrontiert sind, und dass maßgeschneiderte gesundheitliche und soziale Maßnahmen erforderlich sind.
Durch die Umsetzung geschlechtsspezifischer Maßnahmen, die Förderung von Strategien zur Schadensminimierung und die Stärkung der Rolle der Frauen kann die Gesellschaft darauf hinarbeiten, die mit dem Drogenkonsum verbundenen Schäden zu verringern und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.
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G

Geld und Tabak

▶ Die Preise steigen und damit die Ausgaben: 2021 wurden insgesamt 29.382 Mio. Euro (netto) für Tabakwaren ausgegeben. [1]

▶ Obwohl seit 2000 rund 51% weniger Zigaretten konsumiert werden, sind die Ausgaben von 2000 bis 2021 um 30% gestiegen.

▶ Die Steuereinnahmen sind ebenfalls gestiegen: 2021 wurden 14.714 Mio. Euro eingenommen. 2000 waren es noch 11.436 Mio. Euro – das ist ein Plus von 23%.

▶ Es ergibt sich ein Steueranteil von rund 3/4 des Verkaufspreises. 2/3 des restlichen Viertels gehen an die Herstellenden und 1/3 geht an den Handel.
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Quellen:
[1] Statistisches Bundesamt (Destatis) (Hrsg.) (2022): Absatz von Tabakwaren 2021. (Fachserie 14: Finanzen und Steuern, Reihe 9.1.1). Wiesbaden.


H

Hohe Sterblichkeit bei Nachteulen

Hohe Sterblichkeit bei Nachteulen
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▶️ Die ganze Studie hier lesen: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/07420528.2023.2215342
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Nachteulen, also Menschen, die morgens später aufstehen, dafür abends aktiv werden, wurden in der Vergangenheit mit einer Reihe von gesundheitlichen Problemen, einem ungesünderen Lebensstil und einer reduzierten Arbeitsfähigkeit in Zusammenhang gebracht.

In einer Studie aus Helsinki wurden 22.976 Männer und Frauen aus der Finnish Twin Cohort Study an der Uni­ver­sität Helsinki, die bis zu 37 Jahre nachbeobachtet wurden, untersucht. Neben der Abfrage, ob man eher ein Morgen- oder Abendmensch war, wurden auch Bildungsstand, Alkoholkonsum, Rauchersta­tus, Rauchmenge, BMI und Schlafdauer berücksichtigt.

Im Vergleich waren die Spättypen jünger, tranken und rauchten mehr und schliefen weniger. Insgesamt 8.728 Teilnehmende starben im Nachbeobachtungszeitraum. Das Sterberisiko war bei den Eulen 9 % höher als bei den Morgenmenschen.
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Quelle:
Hublin, C., & Kaprio, J. (2023). Chronotype and mortality-a 37-year follow-up study in Finnish adults. Chronobiology International, 1-9.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/144006/Nachtmenschen-sterben-frueher-aber-nur-wenn-sie-rauchen-und-trinken?rt=ddc395a540f2d055c9f096504d10eafe



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