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A

Abnehmspritze

💉 Abnehmspritze = Meist sind Präparate wie Wegovy und Ozempic gemeint. Wegovy ist seit diesem Jahr als Mittel gegen Adipositas zugelassen. Ozempic ist eigentlich ein Medikament für Diabetiker.

Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts wiegen mehr als die Hälfte der Deutschen zu viel, jeder fünfte ist adipös.

Nun soll der Ausweg die Abnehmspritze sein. Tatsächlich gab es noch nie ein derart wirksames Medikament gegen Übergewicht, das als größtes gesundheitliches Problem der industrialisierten Welt gilt.
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Quelle: Vorsamer, B. (2023). Schwere Nöte. Süddeutsche Zeitung, 149, 41.


C

CBASP

▶ CBASP
Hierbei handelt es sich um eine Form der Psychotherapie, die tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Herangehensweisen verbindet. Sie wurde vom US-amerikanischen Psychologen James P. McCullough speziell für Patient:innen mit chronischer Depression entwickelt.

Im deutschen Raum beschäftigt sich derzeit Eva-Lotta Brakemeier im Psychotherapie-Labor an der Universität Greifswald mit der Methode.
In Deutschland ist CBASP keine anerkannte Therapieform und demnach keine Kassenleistung.
In einer randomisierten kontrollierten Studie konnte gezeigt werden, dass CBASP genauso wirksam bei chronischer Depression ist wie die Gabe eines Antidepressivums.

Am wirksamsten war die Kombination von Antidepressivum und CBASP: nach 12 Wochen zeigten 85% der Teilnehmenden noch immer eine deutliche Verbesserung der Symptome.

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Quellen:
Kara, S. & Schöps, C. (2023). Gegen den Spuk im Kopf. Die Zeit, 6, 31-32.
Schöps, C. (2023). Mut zur Gruppe. Die Zeit, 6, 32.
J. P. McCullough: Helping depressed patients regain control over their lives. In: Behavioral Medicine. Band 7, 1980.
Keller, M. B., McCullough, J. P., Klein, D. N., Arnow, B., Dunner, D. L., Gelenberg, A. J., ... & Zajecka, J. (2000). A comparison of nefazodone, the cognitive behavioral-analysis system of psychotherapy, and their combination for the treatment of chronic depression. New England journal of medicine, 342(20), 1462-1470.
https://de.wikipedia.org/wiki/Cognitive_Behavioral_Analysis_System_of_Psychotherapy


D

De-Centering

De-Centering = Ein unter bewusstseinserweiternden Substanzen gelockerter Informationsaustausch zwischen bestimmten Hirnregionen.
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Default Mode Network - so heißt das Ruhestandsnetzwerk, welches aus verschiedenen Hirnregionen besteht und dann aktiv wird, wenn man einfach nichts tut oder tagträumt. Es ist maßgeblich daran beteiligt, dass sich ein Mensch als Selbst wahrnimmt und sich von der Welt abgrenzen kann.
Unter halluzinogenen Substanzen lockert sich dieser Informationsaustausch. Und damit die Grenze zwischen Ich und Du.
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Quellen:
- Köckritz, A. (2023). Ist das gut für die Seele? Psychedelische Drogen erleben eine Renaissance. Warum Mediziner glauben, halluzinogene Pilze und LSD könnten eine heilende Wirkung entfalten - und welche Sehnsüchte das weckt. Die Zeit, 16, 15-17.


DigiSucht

DigiSucht
= Bundesweite Onlineberatung zu allen Fragen rund um die Themen Drogen, Sucht, Substanzkonsum, Glücksspielen und Medienkonsum.
▶ https://www.suchtberatung.digital/
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Auf der neuen Plattform DigiSucht können sich Betroffene und Angehörige seit sechs Monaten informieren und anonym selbst testen. Professionelle Suchtberaterinnen und Suchtberater beantworten Fragen, helfen bei der Analyse aktueller Situationen, unterstützen bei Verhaltensänderungen und informieren über weiterführende Hilfeangebote vor Ort. Die Beratung ist kostenfrei.
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Quellen:
- https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/142992/Alkohol-Hauptthema-bei-digitaler-Suchtberatung-in-Bayern
- https://www.suchtberatung.digital/


Drydating

Dry Dating = Nüchternes Dating, also das Treffen mit einer anderen Person zu romantischen Zwecken ohne Alkohol zu trinken.

Die meisten Deutschen können sich ein Date ohne Alkohol nicht vorstellen - so vor einiger Zeit eine Studie der Datingplattform Bumble. Nur 26% der Befragten könnten sich vorstellen nüchtern auf ein Date zu gehen.

Das hat auch mit der Trinkkultur zu tun: Durch die ausgeprägte Form des Trinkens im Alltag müssen Menschen die Entscheidung gegen das Trinken stärker verteidigen als die Entscheidung dafür.

Bei Frauen gilt Trinken unter Umständen sogar als female Empowerment. Selbstbewusst Alkohol zu bestellen, um gängige Klischees abzuwehren, ist in den wenigstens Fällen anzuraten.

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Quelle: Gassmann, D. (2023). Rausch oder Gefühl. Süddeutsche Zeitung, 143, 48.


F

Femvertising

Femvertising = ist eine Marketingstrategie, die von Unternehmen genutzt wird, um ihre Kampagnen so zu gestalten, dass sie Frauen bestärken.
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Wir haben hier einen Artikel aus der SZ von Frau Uhlmann zusammengefasst und uns die Studie noch einmal genauer angeschaut. Diese Studie aus 2021 zeigt, dass Unternehmen, die "Femvertising" betreiben, sich kaum mehr für Gleichberechtigung einsetzten als beliebige andere Firmen. Nicht einmal ein Drittel dieser Unternehmen bekannten sich zu gleichen Löhnen für beide Geschlechter.

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Quellen:
Uhlmann, B. (2023). Werbung gefährdet Ihre Gesundheit. Süddeutsche Zeitung, 63, 12.
Sterbenk, Y., Champlin, S., Windels, K., & Shelton, S. (2021). Is Femvertising the new greenwashing? Examining corporate commitment to gender equality. Journal of Business Ethics, 177(3), 491-505.


Frauen und Abhängigkeit

Frauen und Abhängigkeit = Diese vulnerable Gruppe benötigt manchmal eine differenzierte Unterstützung, weswegen gendersensible Angebote sinnvoll sind.

Ungünstige Faktoren spezifisch für Frauen:
▶ Doppelbelastung von Kinderpflege und Beruf / Überforderung
▶ Schönheitsideal der schlanken Frau
▶ geringer Selbstwert
▶ geschlechtsspezifische Ohnmachtserfahrung (sexuelle Gewalt)

Diese Liste ist nicht erschöpfend. Auch die vorgeschlagenen Maßnahmen sind nur eine Auswahl an Möglichkeiten, wie Frauen in der Abhängigkeit unterstützt werden können. Ein individueller Ansatz ist immer von Vorteil!

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Quellen:
Heinzen-Voß, Doris; Stöver, Heino (Hg.) (2017): Geschlecht und Sucht. Wie gendersensible Suchtarbeit gelingen kann. 2. Aufl. Lengerich: Pabst Science Publishers.
Gendersensible Glücksspielberatung – ein Methodenkoffer für die Praxis (noch unveröffentlicht)


I

Ich bin alles

▶ https://www.ich-bin-alles.de/

"ich bin alles" = Infoportal zur Depression und psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen

Das Projekt „ich bin alles“ wurde von der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des LMU Klinikums München in Partnerschaft mit der Beisheim Stiftung entwickelt.
Es handelt sich um ein Informationsportal rund um das Thema Depression und psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen und richtet sich an sowohl Jugendliche als auch Eltern.

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Quellen: https://www.ich-bin-alles.de/ueber-das-projekt


Implementierungswissenschaften

Implementierungswissenschaft
= Jedem soll die bestmögliche Versorgung gegeben werden und die Kluft zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir tun, geschlossen werden.
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Neue Erkenntnisse und Interventionen in ein bestehendes Verfahren zu integrieren ist jedoch gar nicht so einfach.
Eine häufig zitierte Schätzung beziffert die oben genannte Kluft auf durchschnittlich 17 Jahre bis eine evidenzbasierte Intervention es in die klinische Routinepraxis schafft. Ziel ist es, herauszufinden, was für wen, wo und für welche Krankheit gilt, um die 17-jährige Lücke zu schließen.

Die BAS ist Teil der Implementierungswissenschaft: Wir sind bemüht aktuelle Forschungsergebnisse so aufzubereiten, dass sie verständlich und gut in der Praxis umgesetzt werden können. Mit unseren Faktenchecks und Wissenswert-Postings wollen wir auf interessante und vor allen Dingen wichtige Erkenntnisse aus der Wissenschaft aufmerksam machen und somit die Schranke zwischen Forschung und Praxis öffnen.
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Quellen:
Rubin, R. (2023). It Takes an Average of 17 Years for Evidence to Change Practice—the Burgeoning Field of Implementation Science Seeks to Speed Things Up. JAMA.


N

Nachwuchsmangel in der Suchtmedizin

Nachwuchsmangel in der Suchtmedizin
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Suchtmediziner:in = Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzweiterbildung "Suchtmedizinische Grundversorgung"

Etwa 3500 solcher Ärztinnen und Ärzte in Deutschland betreuen Menschen, die Probleme mit psychoaktiven Substanzen haben (z.B. Alkohol, Cannabis, Ecstasy).

Sie versorgen zudem auch Heroin- und Opioidabhängige mit Substituten, also Ersatzstoffen, die das körperliche Verlangen dämpfen, jedoch keinen Rausch erzeugen.

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Quelle: Lubahn, B. (2023). Warum es in Deutschland an Suchtmedizinern fehlt. Süddeutsche Zeitung, 146, 14.



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